Der Steinbackofen
Brot selber backen ist bei
uns schon lange Alltag. Mit der Zeit haben wir eine Menge Rezepturen durch und
eine Reihe von Tipps und Tricks, um aus dem alltäglichen Brot ein Erlebnis zu machen.
Die nächste Steigerung haben wir dann bei einem lieben Freund gesehen, der sich
einen Steinbackofen nach einem von der Hobbythek veröffentlichten Rezept gebaut
hat. Die Anleitung dazu konnten wir bekommen und so ging es an die Planung.
Die erste Hürde bestand
schon in der Beschaffung geeigneter Baumaterialien, wobei sich die
Feuerbetonstampfmasse als das größte Hindernis herausstellte. Das Zeug ist
teuer, und da wir keinen Hochofen bauen wollten, hätten wir noch
Mindermengenzuschlag bezahlen müssen, um ca. 250 kg davon herschaffen zu
können. Ein lieber Freund, diesmal ein anderer, konnte uns aber einen
geeigneten Lieferanten in der Nähe benennen, bei dem wir sowohl den Feuerbeton
als auch den Isolierbeton in der benötigten Qualität und Menge selber abholen
konnten.
Aller Anfang ist – aufgrund
der Schwerkraft – im Fundament zu suchen:

Die Bodenplatte wurde auf
eingeebnetem und gestampftem Sand gelegt und mit ein paar Eisenmatten armiert. Ein
Woche später und nach reichlich begießen – Beton sollte ja nicht zu schnell
aushärten – konnte das Wunderwerk aus der Form geholt werden.

Eine stabile, ca. 12-15 cm
dicke Betonplatte.
Die nächste Aufgabe bestand
darin, eine brauchbare Arbeitshöhe zu gewinnen. Dazu wurde ein Mauerwerk
herangeschafft, welches nach außen hin auch etwas hergibt und – wie folgendes
Bild zeigt – steinchenweise im ordentlich Verbund gemauert wurde.

Dass dabei auch mal gehörig
Nebel entsteht, versteht sich von selbst...

Aber der Erfolg kann sich
dann doch blicken lassen.

Das sieht doch schon ganz
schön stabil aus, soll aber auch noch deutlich mehr als eine halbe Tonne
aufgelastet bekommen.
Die Arbeitsplatte musste naturgemäß
in luftiger Höhe gegossen werden und daher nicht nur eine Umrandung sondern
auch eine Unterschalung bekommen. Ein bisschen Spanplatte und ein paar passend
gesägte Dachlattenfüße halfen hier vorwärts.

Und da immer etwas schief
geht, musste es natürlich auch hier so sein:

Dieser Randstein wollte
einfach nicht gerade bleiben. Irgendwann haue ich ihn noch mal raus...
Schlussendlich wurde aber
doch aus einer ganzen Menge Beton und ein paar Stahlmatten eine hübsche Platte,
die den ganzen Ofen würde tragen können.

Der nächste Schritt bestand
nun in dem Ofen selbst. Dazu bedurfte es zunächst einmal einer Sandform. Im
nachfolgenden Bild sieht man diese und die Stelle, an der später das Ofenrohr
zu stehen kommt.

Der Kern ist aus leicht lehmhaltigen
Sand geformt und durch unzählige „Klopfer“ mit der flachen Hand geglättet und
gepresst worden, so dass er zum Schluss als Stütze für den Beton gedient wird
haben können (oder so ähnlich).
Die Ofentüre wurde aus
Styropor geschnitten. Damit entstand die Form der Tür, die als Loch im Ofen
bleibt und als Negativ gleich die Form, in die die Tür hineingegossen wird. Das
Ganze sieht dann ungefähr so aus:

Dann ging es daran, den
Feuerbetonmantel zu schichten. Das ist eine Kunst für sich und nach einigem
Probieren und ziemlichem Gematsche entstand dann doch ein Mantel, der
funktionieren könnte.

Hier sieht man vorne links
die Türform, oben das Rohrfutter, den ca. 10cm dicken Feuerbetonmantel und den
Sandkern hinten rechts, wo der Mantel noch nicht ganz geschlossen wurde. Nach
dem selben Prinzip wurde dann die Isolierbetonmasse aufgetragen, die aber „nur“
ca. 6 cm dick. Die tragende Betonschicht wurde mit einer ganzen Menge Eisen aus
Estrichgittermatten armiert, allerdings existieren davon leider keine Bilder.
Nach all den Mühen und
Plagen kam das, was kommen musste: Eine Zierschicht drum herum, damit auch ja
keiner mehr die Innereien und die damit verbundenen Plackereien sehen kann.

Und so sieht das fertige
Stück dann aus, mal mit Tür zu...

... mal mit Tür auf:

Und wie so Vieles auf der
Welt ist er innen hohl.

Ja, und da war ja noch was:
Die erste Entzündung...

Last updated 2004-10-17 (alle Bilder © Frank Lechtenberg)